Junger Dirigent gibt neue Impulse

Ein gelungenes Debüt gab der neue Dirigent Sebastian Bernauer beim Weihnachtskonzert des Musikvereins Baienfurt in der schon Wochen zuvor ausverkauften Gemeindehalle.

Richard Birnbaum, der erste Vorsitzende des Musikvereins Baienfurt, freute sich sehr über das große Interesse an der Blasmusik und der musikalischen Arbeit im Verein und begrüßte zahlreiche Prominenz aus Politik und Blasmusikszene.

Den Auftakt machte traditionell die Jugendkapelle, ebenfalls unter neuer Leitung. Thomas Kramer eröffnete zusammen mit den 45 Jungmusikern den Konzertabend schwungvoll und vielfältig. Den feierlichen Klängen der Ouvertüre „White River Canyon“ von John Higgins folgte der Traum nach einer heilen Welt, präsentiert mit der „Freeworld Fantasy“ von Jacob de Haan. Mit Ohrwürmern der Popgruppe Abba, als Medley zusammengestellt und arrangiert von Robert Longfield, verabschiedeten sich die jungen Musiker und überließen die Bühne der Musikkapelle. Anhaltender Applaus belohnte die Konzentration, das musikalische Können und die gelungene Präsentation der Jugendkapelle.

Dieter Schneider, langjähriger Dirigent des Musikvereins Baienfurt, hatte nach rund 42-jähriger Stabführung im Herbst das Dirigat an seinen jungen Nachfolger Sebastian Bernauer übergeben. Der junge Realschullehrer und Blasmusiker aus Stockach ist nach seinem Lehramtsstudium in Weingarten geblieben und bringt nun neue Impulse in die Musikkapelle Baienfurt.

Mit dem Oberstufenwerk „Inchon“ von Robert W. Smith zeigten die 83 Musikerinnen und Musiker atmosphärische Kontrapunkte, Kraft und Zartheit, Spannungsbögen und Harmonie. Als Meilenstein der Blasmusikkultur wird die „First Suite in Es“ von Gustav Holst bezeichnet. Dieses Werk wurde im Jahr 1909 als eines der ersten speziell für Blasmusik geschrieben und forderte die Musiker auf hohem Niveau heraus. Der „Tanz der Vampire“ gilt als das erfolgreichste Musical überhaupt. Mit einem Medley der Musicalmelodien, schwarzem Humor und hochkarätigem musikalischem Können begeisterte die Blaskapelle. Fanfarenklänge („Fanfare for the Common Man“) und das sinfonische Medley von George Gershwin zeigten die Vielfalt der Blasmusik am weihnachtlichen Baienfurter Konzertabend. Mit einem Paradestück für außergewöhnliche Orchester „Danzon No.2“ von Arturo Márquez erklangen südamerikanische Klänge, bevor der „absolute Crossover“ von Otto M. Schwarz rockige Elemente und langsame Swing-Abschnitte für Bigband und sinfonische, filmmusikalische Passagen für Blasorchester einander begegnen ließ.

Anhaltender Applaus belohnte die Musikkapelle und ihren neuen Dirigenten für einen außergewöhnlichen Konzertabend, der in nur wenigen Wochen einstudiert und mit technischem Können und Charme präsentiert wurde. Von wechselseitiger Anerkennung und einem gelungenen Dialog zwischen Musikern und Dirigenten zeugte vor allem das präsentierte Programm, das unterschiedlichste Musikgenres und anspruchsvolle Niveaustufen bis hin zur Höchststufe beinhaltete.

Der weitere gemeinsame Weg nach diesem ersten Auftritt mit neuem Dirigenten wird für Musiker und Musikfreunde spannend und sicher ein Hörgenuss werden.

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