Jahreskonzerte gehören zu den Höhepunkten im Vereinsleben der Musikvereine. In der wieder einmal restlos ausverkauften Gemeindehalle in Baienfurt wurde schnell deutlich, dass das Weihnachtskonzert des Musikvereins Baienfurt zu den Höhepunkten in der Bevölkerung gehört.

Traditionell eröffnete die Jugendkapelle den Konzertabend. Unter der Stabführung von Thomas Kramer präsentierten die Jungmusiker als erstes ein Konzertwerk der Schwierigkeitsstufe für Mittelstufe von Richard L. Saucedo. Mit Fanfarenklängen und starkem Percussion Register eröffneten die jungen Musiker feierlich den Konzertabend.

Wer kennt nicht die Geschichte „Herr der Ringe“. Das Arrangement von Paul Lavender verdichtet die Sinfonie meisterhaft zu einer praktischen Konzertversion und ist arrangiert, die sich hinsichtlich Niveau und Besetzung für ein Jugendorchester eignet.

Mit einem Marsch von Sergej Prokofjew beendete die Jugendkapelle unter großem Applaus den ersten Konzertteil und machte die Bühne frei für Dirigent Sebastian Bernauer und die 82 Musiker des Blasorchesters.

Und diese stellten erneut unter Beweis, dass sie ihrem Leistungsniveau „Höchststufe“ hervorragend gerecht werden. Eine moderne Kombination von Beethoven und John Adams eröffnete den zweiten Konzertteil und ließ immer wieder die Melodie von „Freude schöner Götterfunke“ beziehungsweise der Europamelodie durchschimmern.

Die English Folk Song Suite von Ralph Vaughan Williams widerspiegelt mit ihren traditionellen musikalischen Mitteln die lebenslangen Studien des Komponisten im Bereich der englischen Volksmusik. Das Konzertwerk für Oberstufe verbindet britische Folksongs zu einem anspruchsvollen Konzertwerk. Die Baienfurter Musiker präsentierten sich im Stil einer Militärband und bewiesen einmal mehr ihre Vielseitigkeit.

Wechsel zwischen leichter Beschwingtheit und getragener Ruhe, Harmonie der Natur und kriegerischer teilweise atonaler Kraft sind vertont in dem anspruchsvollen Konzertwerk „Machu Picchu“ von Satoshi Yagisawa, das Blicke ins Inkareich ermöglicht. Das Blasorchester brillierte auch hier und ließ ausdrucksstarke Bilder aus der Zeit der Inkas in den Herzen des Publikums entstehen. Überhaupt – in diesem Konzert spielten die Musiker mit akustischen und visuellen Effekten.

Festliche Fanfarenklänge der Eröffnung der olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles von John Williams und ein vertonte Sage um einen Riesen und einen furchterregenden Drachen aus den Liechtensteiner Alpen von Otto M. Schwarz faszinierten das Publikum musikalisch ebenso wie Lichteffekte in der Komposition „Electricity“ von Daniel Bukwich.

Mit einem bunten Melodienstrauß aus dem Musical „My fair Lady“ beendeten die Blasmusiker den Konzertabend.

Nicht nur die zahlreichen Konzertbesucher, unter denen auch etliche honorige Gäste aus Politik und Kirche waren, hatten an diesem Abend gespürt, dass die Liebe der Aktiven im Musikverein in Baienfurt zu den vielen unterschiedlichen Musikgenres der Blasmusik tief verwurzelt ist. Richard Birnbaum, erster Vorsitzender des Musikvereins, und Dirigent Sebastian Bernauer, können stolz sein auf die hochkarätige Kompetenz und das außergewöhnliche Engagement jedes einzelnen Musikers sein.

Auch das Publikum spürte das. Und der lang anhaltende Applaus der Zuhörer wurde belohnt. Und so erfreuten die Musiker ihr Publikum mit dem berühmten Walzer aus der Operette „ Wiener Blut“ von Johann Strauß und dem Hit „Music was my first love“ von John Miles.

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